Know How
Tag für Tag lassen die Schönsten und Besten vor uns die Hüllen fallen, zeigen uns Ihre Kurven uns Ihr Innenleben. Wenn es um Saiten Amps und Effekte geht, gibt es wenig, was wir noch nicht gesehen – und repariert – haben. Hier haben wir für euch unsere Erfahrungen gesammelt. Viel Spass beim Blick in unsere gesammelten Gitarrenweisheiten!
- Gurt Befestigungs-Systeme
Auch wenn es klingt wie eine Bieridee, der einfachste Weg, sein Instrument verlässlich mit dem Gurt zu verbinden, funktioniert wie folgt:
1. Freund oder Freundin zu einem Bier mit Bügelschloss (die mit den kleinen roten Gummiringen) einladen
2. Bier trinken, geniessen und Flasche ohne die kleinen Ringe zurücklassen.
3. Gummiringe über Gurtknöpfe und Gurt als zusätzliche Sicherung drüberziehen.
Diese Version der Unfallverhütung ist sicher die einfachste, billigste und überdies geräuschloseste. Gerne bieten wir dir auch die berühmten Schaller® Security Lock's an. Dieses System ist mittlerweile weit verbreitet und besteht aus zwei unauffällig kleinen Gurtknöpfen und zwei weniger unauffälligen Gurtschlössern. Ein System, das sehr gut funktioniert. Leider erzeugt dieses System zuweilen unerwünschte Klappergeräusche, da sich Metall auf Metall reibt. Natürlich gibt es mittlerweile auch noch viele andere Systeme. Die zwei Genannten sind aber mit Sicherheit die Erfolgreichsten.
Wir hoffen dir, durch diesen Eintrag, das wirklich schlimme Erlebniss zu ersparen, wenn dein geliebtes Teil zu zwei geliebten Teilen wird...
- Halseinstellstab (Trussrod)
Fast alle Gitarren besitzten eine verstellbare Verstärkung des Halses, genannt Trussrod. Dieses sehr praktische Teil ermöglicht dir, die Halskrümmung optimal auf den Saitenzug abzustimmen. Nur wenn hier ein gutes Gleichgewicht besteht, kannst du eine bestmögliche Bespielbarkeit erreichen. Die Halskrümmung kann sehr leicht festgestellt werden, indem du eine beliebige Saite gleichzeitig auf den ersten und den letzten Bund dürckst und dabei den Abstand zwischen dem 12. Bund und der Saitenunterkante kontrollierst. Dieser Abstand sollte höchstens 1,5 mm und mindestens 0,5 mm betragen. Falls diese Werte nicht eingehalten sind gelten folgende Regeln: Da es Halsstäbe in diversen Konstruktionen gibt, hängt es vom Typ ab, in welche Richtung gedreht werden muss. Grundsätzlich hat ein Anziehen des Halsstabes zur Folge, dass der Hals gerader wird (Kopfplatte wird nach hinten gezogen), während ein Lösen des Halsstabes ein leichtes "Durchhängen" der Saite bewirkt. Das heisst, der Abstand zwischen Saite und Hals würde grösser werden. Durch falsches Handling kann leider der Halsstab brechen oder das Gewinde überdreht und zerstört werden. Da das Auswechseln eines Stahlstabs extrem aufwändig und teuer ist, empfehle ich dir, diese Arbeiten möglichst mit Hilfe eines unserer Gitarrenbauer oder eines erfahrenen Kollegen aus zu führen.
- Mechaniken bei Klassikgitarren
Bei älteren Gitarren sind sehr oft die Stimmmechaniken marode oder schwergängig. Hier einige Tips um diese Probleme zu beheben: Bei klassischen Gitarren kommt es vor, dass die brüchigen alten Kunsstoffflügel ihre Festigkeit verlieren oder schlimmstenfalls sogar abbrechen. In diesem Fall kann man die Flügel ersetzen, indem man die Achse, auf der der neue Flügel montiert werden soll, mit einem Lötkolben oder einem Minigasbrenner vorsichtig erhitzt, um anschliessend den neuen Kunststoffflügel fest darauf zu drücken. Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Zahnräder und die Schnecke der Mechanik anschliessend gut geschmiert werden (Silikon, Oel oder Fett), damit sie wieder leichtgängig werden und ein erneutes Abbrechen verhindert werden kann. Du kannst dir auch für wenig Geld neue Mechaniken besorgen und einfach montieren.
- Sattel (nut)
Sattel nennt sich ein kleines und unscheinbares Teil zwischen Hals und Kopfplatte. Oft wird die Wichtigkeit eines gut verarbeiteten Sattels unterschätzt. Es bieten nicht einmal edelste Marken wie Gibson, Taylor, Martin oder auch Fender pefekt verarbeitete Sättel an. Dies hat zur Folge, dass der Abstand zwischen Saiten und dem ersten Bund viel zu hoch ist und du damit unter grossen Intonationsproblemen in den ersten 2-3 Lagen zu kämpfen haben wirst. Ein zusätzliches Übel manifestiert sich durch hässliche "klick"-Geräusche während des Stimmvorgangs. Dieses Phänomen rührt von zu engen Saitenkerben her und benötigt dringendst eine Überarbeitung des Sattels. Und zu guter Letzt wird leider auch sehr oft billiger Kunststoff statt Knochen, Graphit oder Mikarta verwendet. Ein zu weiches Material bremst die Saitenschwingung und vermindert die Übertragung auf den Hals, statt möglichst viel der Schwingung auf den Hals ab zu geben. Das Herstellen und Tunen eines Sattels ist eine der schwierigsten Aufgaben im Prozess der Herstellung einer Gitarre. Wir empfehlen dir daher wärmstens, diese heikle Arbeit von einem Profi mit dem richtigen Werkzeug ausführen zu lassen.